Juniorprofessur Allgemeine Psychologie

 

Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Prof. Dr. Markus Huff.

 

 

Unterhaltungswahrnehmung in Fernsehserien-Formaten (in Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaft - Arbeitsbereich für empirische Medienforschung)

 

Obwohl Menschen im Alltag einem kontinuierlichen Strom an Informationen ausgesetzt sind, werden die wahrgenommene Ereignisse in diskrete Einheiten segmentiert (z.B. Tee zubereiten, Tisch decken, Zeitung lesen). In dieser Diplomarbeit soll mit kognitionspsychologischen Methoden untersucht werden, wie sich diese Segmentierung auf die visuelle Aufmerksamkeit und das visuelle Gedächtnis von Unterhaltung im Fernsehen auswirkt, wie sie exemplarisch in SitCom- und ähnlichen Unterhaltungsserien-Formaten dargestellt wird.

 

Filmschnitte verstehen: Zeitliche Vorbereitung auf Perspektivenwechsel in dynamischen Szenen

 

Das regelmäßige Betrachten von Hollywood- und Fernsehfilmen hat längst Einzug in den menschlichen Alltag erhalten. Fast alle Filme wechseln dabei im Abstand nur weniger Sekunden die Kameraperspektive. Diese Perspektivwechsel scheinen ohne großen mentalen Aufwand verarbeitet und verstanden zu werden. Forschungsarbeiten zur dynamischen Aufmerksamkeit hingegen berichten einen umgekehrten Effekt. Abrupte Wechsel der Kameraperspektive führen zu Einbrüchen bei der Verfolgung mehrerer Objekte. Das Ziel einer Diplomarbeit in diesem Themencluster besteht darin, diesen Widerspruch aufzuklären. Eine Mögliche Ursache könnte in einer unterschiedlichen Vorhersagbarkeit der Perspektivenwechsel liegen. Zur Klärung dieser Fragestellung sollen in der grundlagennahen Objektverfolgungsaufgabe Hinweisreize auf Perspektivenwechsel eingebaut werden, die es Betrachtern erlauben, sich auf einen bevorstehenden Perspektivenwechsel vorzubereiten. Sollte die Leistung hierdurch verbessert werden können, so spräche dies für einen Einfluss der Vorhersagbarkeit von Perspektivenwechseln auf deren Verstehen.

 

Dynamik im visuellen Kurzzeitgedächtnis: Gedächtnis von sich ständig ändernder Objektbeziehungen

 

In unserer Umwelt und in Medien sind wir oft mit bewegten Objekten in dynamischen Szenen konfrontiert, beispielsweise mehrere bewegte Fußballer auf einem Spielfeld. Für unbewegte Inhalte können etablierte Forschungsansätze zeigen, dass Objekte in ihrer Gesamtkonfiguration zueinander abgespeichert werden. Bei dynamischen Szenen verändern sich die Beziehungen zwischen den Objekten aufgrund ihrer Bewegung aber ständig. Somit ist auch die Gesamtkonfiguration der Objekte ständigen Änderungen unterworfen. Im Rahmen der Diplomarbeit können verschiedene Fragen zur Verarbeitung bewegter Objekten und deren Konfiguration im visuellen Kurzzeitgedächtnis bearbeitet werden, z.B. die Verarbeitung mehrerer aufeinander folgender Bewegungsereignisse, die Verarbeitung salienter Gesamtkonfigurationen oder die Bedeutung von Oberflächenmerkmalen wie Farben oder Formen.

 

Aufmerksamkeitsübertragung über verschiedene Perspektiven

 

Alltägliches Geschehen ist häufig dynamischer Natur. Dabei bewegen sich zum einen Objekte innerhalb des Gesichtsfelds des Beobachters und zum anderen kann sich der Blickwinkel auf die gleiche Szene verändern. Zahlreiche Forschungsarbeiten konnten zeigen, dass Aufmerksamkeit zumindest teilweise objektbezogen ist und Aufmerksamkeitseffekte bewegten Objekten folgen. Mit einer Diplomarbeit aus diesem Cluster besteht die Möglichkeit zu untersuchen, ob Aufmerksamkeitsprozesse auch über unterschiedliche Perspektiven übertragen werden und von welchen Szeneneigenschaften dies ggf. abhängt. Sollte eine solche Übertragung stattfinden, so spräche dies dafür, dass über unterschiedliche Perspektiven automatisch Objektkorrespondenz hergestellt werden kann.

 

Wahrnehmung von Fußballszenen

 

In unserem Alltag sind wir einem kontinuierlichen Strom an Informationen ausgesetzt. Die menschliche Wahrnehmung segmentiert diesen in bedeutungsvolle Einheiten. Der Tagesablauf wird beispielsweise in Aufstehen, Morgentoilette, Frühstück, Arbeit und Fernsehabend segmentiert. Zwischen diesen Segmenten werden sogenannte Ereignisgrenzen wahrgenommen. In dieser Diplomarbeit soll untersucht werden, welche Charakteristika determinieren, wann eine Ereignisgrenze in komplexen dynamischen Szenen wahrgenommen wird.