Diplomarbeiten
Bei Interesse an einer Diplomarbeit zu einem sprach- oder kognitionspsychologischen Thema können Sie sich gerne mit Prof. Dr. Barbara Kaup oder einem der Mitarbeiter in Verbindung setzen.
Unsere Diplomanden sind in die Arbeitsprozesse des Lehrstuhls eingebunden und nehmen z.B. an den Besprechungen der Arbeitsgruppe teil. Dadurch erhalten Sie einen Einblick in
- verschiedene Methoden (Reaktionszeitstudien, Augenbewegungen, EEG)
- unterschiedliche Paradigmen
- aktuelle Untersuchungsgegenstände der Arbeitsgruppe.
Außerdem bieten wir Ihnen Hilfestellung bei der Themenfindung, der Programmierung und der Auswertung Ihrer Studie.
Ihre Diplomarbeit wird einen eigenständigen Beitrag im Kontext der Forschungsgebiete der Arbeitsgruppe darstellen. Es besteht die Möglichkeit, die Arbeit interdisziplinär auszurichten und beispielsweise in eine unserer bestehenden Kooperationen wie dem Sonderforschungsbereich 833: Bedeutungskonstitution (SFB 833) oder dem Tübingen Center for the Study of Language (TüCSL) einzubinden.
Mögliche Diplomarbeitsthemen sind:
- Verkörperung emotionaler Ausdrücke
- Wort- vs. Satzeffekte
- Anaphernresolution
- Verstehen von Metaphern
- Konfliktresolution
Im Folgenden stellen wir Ihnen einige dieser Themen und mögliche Fragestellungen näher vor.
1. Verkörperung emotionaler Ausdrücke
Wir untersuchen zurzeit verschiedene Hypothesen zur Verkörperung emotionaler Ausdrücke. Ein Untersuchungsgegenstand bildet hierbei die Body-specificity hypothesis von Daniel Casasanto (2009). Nach dieser Hypothese assoziieren Menschen positiven Affekt mit ihrer dominanten Hand, negativen Affekt hingegen mit ihrer nicht-dominanten Hand.
Wir haben in Reaktionszeitstudien mit sprachlichen Items Evidenz für diese Annahme gefunden; so reagieren z.B. Rechtshänder schneller mit der rechten Hand auf positive Wörter und schneller mit der linken Hand auf negative Wörter.
Dennoch sind einige Fragen in diesem Bereich noch ungeklärt, z.B.:
- Ist die Assoziation zwischen Affekt und Seite auf die Hand beschränkt oder kann sie sich auf die ganze Seite ausweiten?
- Unter welchen Bedingungen tritt diese Assoziation auf?
- Verstehen Linkshänder sprachliche links/rechts-Metaphern anders als Rechtshänder?
Ein weiterer Untersuchungsgegenstand im Bereich der Verkörperung emotionaler Ausdrücke betrifft die Verarbeitung positiver und negativer Sätze, die anhand verschiedener Paradigmen untersucht wird.
Bei Interesse an einer Diplomarbeit zu einem dieser Themen können Sie sich gerne an Irmgard de la Vega wenden (irmgard.delavega[at]uni-tuebingen.de).
2. Kompatibilitätseffekte bei der Sprachverarbeitung
Wie kommuniziert der Mensch? Wie verarbeiten wir Sprache? Ursprünglich hatte man angenommen, dass die Sprachverarbeitung ein besonderes Merkmal des Menschen ist, das unabhängig von anderen Funktionen im Gehirn stattfindet. Neuere Modelle gehen jedoch davon aus, dass Sprachverstehen eng mit anderen Bereichen im Gehirn gekoppelt ist, die auch verantwortlich für Handlungen oder Wahrnehmung sind (Barsalou, 1999). Das bedeutet, dass beim Verstehen eines Satzes wie „Ich kicke einen Ball“ im Gehirn ähnliche Areale aktiviert werden, die auch aktiv sind, wenn man tatsächlich einen Ball kickt, oder jemanden beobachtet, der einen Ball kickt.
Momentan beschäftigen wir uns zum Beispiel mit folgenden Fragen bezüglich der Sprachverarbeitung:
- Werden Informationen über den Ort eines bestimmten Objektes während der Sprachverarbeitung automatisch aktiviert und beeinflussen die Reaktion (z.B. Himmel = oben, Erde = unten)?
- Schauen wir lieber nach oben, wenn wir ein Wort verarbeiten, das wir in der Regel oben sehen (z.B. Stern = wir wollen nach oben schauen)?
- Welche Auswirkung haben Konflikte zwischen Sprache und Handlungen auf die menschliche Informationsverarbeitung?
Bei Interesse an einer Diplomarbeit wenden Sie sich an carolin.dudschig(at)uni-tuebingen.de oder martin.lachmair(at)uni-tuebingen.de.


